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Einige Tage später sagten wir es unseren Eltern. Sie schauten genauso entgeistert wie Andrea damals.
"Das verschlägt mir doch glatt die Sprache", sagte mein Vater, während Andreas Mutter entgegnete: "Das könnt ihr doch nicht machen!"
Es dauerte einige Minuten bis sie sich gefangen hatten. Sie waren nicht begeistert von unserer Idee, versuchten uns jedoch nicht zurückzuhalten. Von da an ging alles ganz schnell, obwohl es noch ein Jahr bis zum geplanten Start war. Wenn wir nicht arbeiteten, planten wir die Reise und tüftelten an der Organisation oder den Zielen.

Unser Flug wird aufgerufen und wir schlendern zum Gate. Eingecheckt haben wir bereits.

In den letzten Tagen vor unserer Abreise war alles extrem hektisch. Wir wollten uns nochmal mit vielen Freunden und Bekannten treffen, machten unsere Wohnung frei für einen Untermieter und verbrachten nochmal viel Zeit mit unseren Eltern, die, je näher unsere Abreise rückte immer nervöser wurden. Die Verabschiedungen einen Abend vor unserer Abreise waren hrezzerreißend und am liebsten hätten sie uns nun doch davon abgehalten, wegzufliegen. Sie rechneten nicht damit, dass wir nach einem Jahr zurückkehren. Sie glaubten vielmehr wir würden erfrieren, verhungern, von wilden Tieren zerrissen oder Gangstern zum Opfer fallen. Aber wir hatten uns entschieden und wollten keinen Rückzieher mehr machen.

Wir setzen uns in der Maschine auf unsere Plätze. Der Flug geht nach San Francisco. Andrea flüstert: "Meinst Du der Flieger kommt auch gut in San Francisco an? Ich habe doch solche Flugangst".
Ich beruhige sie und bewundere sie ein wenig, dass sie etwa 25 Flüge, trotz großer Flugangst, auf sich nimmt. Aber so entgeistert wie sie mich vor zwei Jahren anschaute, so begeistert war sie zum Schluß auch von der Idee dieser Reise.
Nachmittags landen wir schon ziemlich k.o. in San F und haben ein paar Stunden Aufenthalt, bevor wir weiter nach Anchorage, Alaska fliegen sollen. Andrea kommt von der Toilette zurück und sagt: "Ich kann es immer noch nicht fassen. Ein Jahr lang. Wahnsinn".
Wir fliegen über die Wrangell- und Saint-Elias-Mountains und sehen die vergletscherten und schneebedecktene Bergwelt Alaskas aus der Vogelperspektive. Ich genieße diesen Blick sehr, während Andrea neben mir versucht, ihre Flugangst in Grenzen zu halten.
Abends, nachdem wir zwei Betten in einem Mehrbettzimmer im Spenard-Hostel in Anchorage gebucht haben, kaufen wir uns noch zwei Flaschen Bier und sitzen hundemüde an einem kleinen See, auf dem Wasserflugzeuge starten und landen. Andre, die gerade froh ist, die Flüge überstanden zu haben, schaudert es beim Anblick der wackelnden Propellermaschinen. Wir sitzen einfach da, hängen unseren Gedanken nach und schauen auf das Wasser. Ich war schon zweimal für etwa vier Wochen in Alaska und verbrachte auch schon mehrere Tage in Anchorage. Es ist so ähnlich, wie ich es von damals kannte. Aber dieses Mal ist mein Gefühl anders. Es ist kein normaler Urlaub, sondern der erste Tag eines ganzen Jahres. Wenn mir das bewusst wird, dann bewegt sich mein Gefühl zwischen totaler Freiheit und absolutem Entsetzen. Ein Jahr reisen heißt wohl auch, ein Jahr irgendwie zurecht zu kommen, mit Dingen die man nicht kennt, mit Sprachen, die man nicht spricht und mit Kulturen und Menschen, die einem fremd sind.
Unser kleines Abenteuer hat begonnen.



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